Nicht nur in Deutschland werden den Clubs die Colours weggenommen

Das verschärfte Vereinsgesetzt in Deutschland hat dafür gesorgt, dass verschiedene Motorrad Clubs ihre Vereinslogos nicht mehr tragen dürfen. Es reicht, wenn einzelne Chapter eines Clubs verboten wurden, um das Logo des Clubs in ganz Deutschland nicht mehr tragen zu dürfen, auch wenn man eigentlich zu einem anderem Chapter gehört.

Nicht nur in Deutschland werden den Clubs die Colours weggenommen

Ähnlich läuft es jetzt in Amerika, zumindest wenn es nach einer ersten Gerichtsentscheidung geht.

Schon fast zehn Jahre wurde gegen den Mongols Motorcycle Club wegen Verdacht auf Drogenhandel und Mord ermittelt. Der Klub wurde von ATF-Agenten (U.S. Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives) unterwandert, vier schafften es Voll-Member zu werden. Weitere vier weibliche Agenten gaben sich als deren Freundinnen aus.

Gericht befand die Mongols für schuldig

In einer Verhandlung hat die Jury des US-amerikanischen Bezirksgerichts in Santa Ana jetzt die Mongol Nation (so wird der Club auch genannt) wegen „Rauferei und Verschwörung“ für Schuldig befunden.

Die Strafe, die der Club bekommt ist in der amerikanischen Geschichte bisher einzigartig, dem Club wird das geistige Eigentum entzogen – ihr Logo gehört demnach nicht mehr ihnen. Das ist das erste mal, dass eine Strafe den Entzug des geistigen Eigentums beinhaltet obwohl die Straftat mit dem geistigen Eigentum nichts zu tun hatte. Dadurch wird es ermöglicht, dass Polizeibeamte die Colours von jedem Mongols-Mitglied konfiszieren könnte. Polizisten könnten also ein Mitglied jederzeit anhalten und ihm die Kutte abnehmen.

Urteil muss noch bestätigt werden

Der Verlust des Logos für die Mongols muss allerdings noch von einem Bundesrichter bestätigt werden. Ob dieser auch so entscheiden wird, gilt noch nicht als gesichert. Es wäre möglich, dass die Strafe auf eine Geldstrafe abgeändert wird.

Der Verteidiger der Mongols stellte offen die Frage: „Wenn sie ein Polizeibeamter wären, und wüssten das es in der Nähe eine Bande gäbe, die Embleme tragen, die sie als Mitglieder identifizieren, warum in Gottes Namen sollte man ihnen die Embleme wegnehmen, wenn man dann nicht mehr wüsste wer dazu gehört? – Es ist die dümmste Sache der Welt“

Außerdem argumentierte er auch vor Gericht, dass es sich um einen Verein handelt der kriminelle Aktivitäten nicht toleriert und keine Bande. Die Verbrechen von Einzelnen dürfe keine Gruppenverurteilung nach sich ziehen.

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