Nach rund 20 Jahren einer oft als „diskriminierend“ angesehenen Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorräder auf der L3196 bei Steinau, hat ein Verkehrsversuch im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Geschwindigkeitsregeln für alle Verkehrsteilnehmer angeglichen wurden.  Die Maßnahme hat die Sicherheit und den Verkehrsfluss verbessert und trägt zu einer gerechteren Straßenverkehrssituation bei.

Hintergrund: Die bisherige Problematik auf der L3196

Das Teilstück “Bergwinkel” der L3196 zwischen Steinau und Marjoss war seit ca. 20 Jahren für Motorradfahrer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h begrenzt, während andere Verkehrsteilnehmer bis zu 100 km/h fahren durften.  Diese Regelung wurde aufgrund mehrerer zum Teil tödlicher Motorradunfälle eingeführt.

Die Strecke ist recht kurvenreich, hat jedoch auch mehrere Geraden und der Straßenbelag war bis zur Straßensanierung vor ca. zwei Jahren als wirklich schlecht anzusehen.  In Kombination mit den unterschiedlichen Geschwindigkeitslimits führte dies zu zahlreichen Problemen und Gefahrensituationen.  Motorradfahrer wurden oft von dicht auffahrenden mehrspurigen Fahrzeugen bedrängt, oftmals knapp überholt und dadurch zum Teil sogar gefährdet.  Andererseits veranlassten die “langsamen” Motorräder andere Verkehrsteilnehmer zu riskanten Überholmanövern.

Die Frage, ob die exklusive Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorräder Unfälle verhindert oder die Situation sogar verschlimmert hat, war trotzdem lange umstritten.

 

Der Verkehrsversuch: Neue Ansätze für mehr Sicherheit und eine faire Regelung

Um die Situation zu analysieren und mögliche Verbesserungen zu finden, führte die Verkehrsbehörde Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit der Rennleitung#110 einen Verkehrsversuch durch.  Der Versuch war für den 27. August 2022 geplant und zielte darauf ab, eine realistische Durchschnittsgeschwindigkeit für die Strecke zu ermitteln, um zu überprüfen, ob durch die Motorrad-exklusive Geschwindigkeitsbegrenzung eine erhöhte oder verminderte Sicherheit ausgeht.

Bei dem Versuch sollten verschiedene Teilnehmer mit unterschiedlichen Motorrädern (von 125 bis über 1000 Kubik) und unterschiedlichen Fahrerfahrungen (vom Führerscheinneuling bis zum rennstreckenerprobten Fahrer) die Strecke befahren, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erlangen.

Der Verkehrsversuch wurde unter polizeilicher Aufsicht durchgeführt, die Strecke war an diesem Tag für den normalen Verkehr gesperrt.  Nur die 25 Teilnehmer des Versuchs durften die Strecke an diesem Tag und unter kontrollierten Bedingungen befahren.

 

Ablauf des Verkehrsversuchs und Meinungen der Teilnehmer

Die Teilnehmer sollten mit ihrem gewohnten Fahrstil fahren und dabei die 100 km/h nicht überschreiten, um ein realistisches Ergebnis zu erzielen.  Einzelne Kurven und Kurvenkombinationen wurden separat betrachtet und mobile Messstationen zeichneten dort die erreichte Geschwindigkeit auf.  Außerdem erfasste man die Durchschnittsgeschwindigkeiten für die komplette Strecke.

Nach dem Versuch füllten die Teilnehmer ein kurzes Formular aus, in dem sie die Schwierigkeit bestimmter Kurven und die Strecke im Allgemeinen bewerteten.  Daneben durften sie auch ihre Einschätzung abgeben, ob eine unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzung ihrer Meinung nach sinnvoll ist, welche Geschwindigkeitsbegrenzung evtl. besser oder ob die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung sinnvoll wäre.

Diese Informationen, also die ermittelten Geschwindigkeitsdaten in Kurven, die Durchschnittsgeschwindigkeiten und die Einschätzungen des breiten Feldes an unterschiedlichen Motorradfahrern mit unterschiedlichen Fahrerfahrungen und Motorisierungen sollte helfen, eine sichere und faire Höchstgeschwindigkeit für diesen Straßenabschnitt zu finden.  Die Fahrerinnen und Fahrer lieferten außerdem wertvolle Rückmeldungen zur Optimierung der Markierungen und Platzierung der Verkehrs- oder Warnschilder.

 

Ergebnisse des Verkehrsversuchs:  Neue Regelungen für mehr Sicherheit und einheitliche Geschwindigkeiten

Der Verkehrsversuch zeigte, dass eine Angleichung der Geschwindigkeitsbegrenzungen für alle Verkehrsteilnehmer möglich ist und sowohl den Verkehrsfluss als auch die Sicherheit erhöhen kann.  Dies führte zu sichtbaren Veränderungen.  Die bisherige Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h für Motorräder wurde aufgehoben und die Warnhinweise angepasst.

 

Änderungen und Verbesserungen:  Gerechtere Regeln und erhöhte Sicherheit

Infolge des Verkehrsversuchs wurden die Geschwindigkeitsregeln für alle Verkehrsteilnehmer angeglichen, sodass nun eine einheitliche Geschwindigkeitsbegrenzung gilt (max. 100 km/h).  Dadurch wird ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss erreicht, was gefährliche Situationen zwischen Motorrädern und mehrspurigen Fahrzeugen reduziert.

Die neuen Verkehrsmarkierungen machen außerdem besser auf enge oder sich verengende Kurven aufmerksam, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen.

 

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