Am 18. Mai 2023 ereignete sich auf den Straßen des Sauerlands in Nordrhein-Westfalen ein Vorfall, der die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zog.  Drei Motorradfahrer sollen mit Geschwindigkeiten von bis zu 170 km/h über die Landstraßen gefahren sein.  Ihr Pech: Die Polizei war in Zivil und mit einem speziellen Motorrad, dem sogenannten ProViDa-Krad, ausgestattet mit einer Kamera, direkt hinter ihnen.

Gefährliche Fahrt aufgezeichnet

Die Kamera dokumentierte ihre mutmaßlich riskante Fahrt in Richtung Norden, die sie über eine Strecke von fast 30 Kilometern von Drolshagen über Meinerzhagen bis nach Lüdenscheid führte.  Den drei Fahrern, die aus der Region Iserlohn/Hagen stammen, wird vorgeworfen, während ihrer Fahrt keine Rücksicht auf den Gegenverkehr genommen und keine Sicherheitsabstände eingehalten zu haben, während sie andere Fahrzeuge überholten.  Zudem soll ihre Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich über dem erlaubten Limit auf der teils sehr schmalen, unübersichtlichen und kurvenreichen Strecke gelegen haben.

 

Polizei greift ein

Als sie schließlich den Kreisverkehr in der Nähe der Autobahnauffahrt Lüdenscheid-Süd erreichten, wurden sie von einem roten “Stop Polizei”-Schild begrüßt.  Einer der Fahrer soll sich zur Flucht entschieden haben.  Die verbleibenden zwei Fahrer, im Alter von 50 und 43 Jahren, mussten ihre Heimreise ohne ihre 200 PS starken Motorräder und ohne ihre Führerscheine antreten, die von der Polizei beschlagnahmt wurden.  Die Ermittlungen zum dritten Fahrer und seinem Aufenthaltsort sind noch im Gange.

 

Ermittlungen laufen

Aufgrund der mutmaßlich rücksichtslosen und grob verkehrswidrigen Fahrweise über eine weite Strecke hinweg ermittelt die Polizei nun wegen eines Verstoßes gegen Paragraph 315d des Strafgesetzbuches.  Dieser Paragraph bestraft das Durchführen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, das durch grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fortbewegen zur Erreichung der höchstmöglichen Geschwindigkeit gekennzeichnet ist.  Bei Verstößen drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder entsprechende Geldstrafen.

 

Unfallstatistik alarmierend

Die Polizei NRW Märkischer Kreis betont, dass sie die typischen Motorradstrecken weiterhin mit allen Mitteln im Auge behalten wird.  Der Grund dafür ist die alarmierende Unfallstatistik von 2022: Alle 38 Stunden kommt es zu einem Motorradunfall, 5 Motorradfahrer verloren ihr Leben, 39 wurden schwer verletzt und 62 leicht verletzt.

Die Polizei appelliert daher an alle Motorradfer, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und stets rücksichtsvoll zu fahren.

 

Expertenmeinung und mögliche Konsequenzen

In unserem dazugehörigen YouTube-Video (siehe oben), bieten wir weitere Einblicke in die Thematik. Dort führen wir auch ein Interview mit dem Rechtsanwalt Johannes Berg, der uns seine professionelle Einschätzung des Vorfalls gibt und die möglichen rechtlichen Folgen für die beteiligten Motorradfahrer beleuchtet.

Herr Berg diskutiert dabei auch, ob man in diesem Fall tatsächlich von einem illegalen Rennen sprechen kann. Darüber hinaus geht er auf die möglichen Strafen ein und erklärt, welche Folgen diese für die beteiligten Fahrer haben könnten.

 

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Illegales Rennen beendet: Polizei beschlagnahmt Motorräder in NRW 3

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