Im malerischen Landkreis Holzminden steht eine Verkehrswende bevor, die vor allem die Motorradfahrer betreffen sollte.  Ein ambitioniertes Pilotprojekt, zur Minderung des „Motorradlärms“, sorgt für rege Diskussionen unter Anwohnern, Politikern und natürlich den Bikern selbst.  Die geplanten Maßnahmen, die ursprünglich fast ausschließlich auf die Motorradgemeinschaft ausgerichtet waren, könnten jetzt signifikante Veränderungen erfahren.  

Vom Konzept zur Realität

Für 2024 wurde das Pilotprojekt Holzminden mit dem Ziel geplant, den „Motorradlärm“ und dessen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner zu reduzieren.  Ursprünglich richtete sich das Projekt an die gesamte Motorradgemeinschaft, ohne speziell jene herauszufiltern, die durch überhöhte Geschwindigkeiten oder manipulierte Auspuffanlagen negativ auffielen.  Die Maßnahmen, die als eine Form der “Kollektivstrafe” wahrgenommen wurden, haben eine Welle der Kritik ausgelöst, insbesondere wegen der pauschalen Annahme, dass die Masse der Motorradfahrer bereits eine Belästigung darstellt.

 

Kritische Betrachtung des Tiroler Modells

Ein zentraler Punkt des Projekts war die Einführung des “Tiroler Modells”, das spezifische Streckensperrungen für Motorräder mit einem Standgeräusch über 90 dB(A) vorsah (nochmal 5 dB(A) unterhalb des tatsächlichen Tiroler Modells, dass auch schon sehr umstritten ist).  Diese Regelung stieß auf rechtliche Bedenken, da das Standgeräusch eines Motorrads nicht dessen tatsächliche Lautstärke im Betrieb widerspiegelt und auch nicht wirklich Rückschlüsse darauf zulässt.  Letztlich wurde diese Maßnahme aufgrund fehlender rechtlicher Grundlagen nicht umgesetzt.

 

Anpassung und Neuausrichtung

Die Kritik und rechtlichen Einschränkungen führten zu einer Überarbeitung des Projekts.  Die Verwaltung schlug vor, die Temporeduktionen auf alle Fahrzeuge auszuweiten und nicht nur auf Motorräder zu beschränken.  Dieser Schritt zielt darauf ab, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl die Anwohner als auch die Rechte der Motorradfahrer berücksichtigt. Auch die „Lärmpausen“ wurden etwas entschärft, auch wenn sie sich weiterhin ausschließlich auf Motorräder beschränken und ein Fahrverbot auf bestimmten Strecken bedeuten.

Die Lärmpausen betreffen konkret zwei Streckenabschnitte:

  • Die L484, bekannt als „Roter Fuchs“, zwischen Holzen und Grünenplan sowie zwischen Grünenplan und dem Kreisel Richtung Alfeld.
  • Die L580, die als „Rühler Schweiz“ zwischen Rühle und Golmbach verläuft.

Die Umsetzung soll so erfolgen, dass je an einem Sonntag im Monat (April bis Oktober) eine dieser Strecken für Motorräder gesperrt wird und im darauffolgenden Monat die andere.  Durch diesen Wechsel wird versucht, die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und das Verkehrsaufkommen zu minimieren.  Hotels und Gastronomie sollen dadurch nicht abgeschnitten werden, so wie es bei der ursprünglichen Planung der Fall war.

Ursprünglich waren die Lärmpausen in Holzminden so geplant, dass sie an jeweils verschiedenen Wochenenden im Monat (Freitag bis Sonntag) von April bis Oktober, einschließlich der Feiertage, auf folgenden Strecken umgesetzt werden sollten: L580 zwischen Rühle und Golmbach, L484 zwischen Holzen und Grünenplan, L589 zwischen Grünenplan und Delligsen, L497 zwischen Neuhaus und Schönhagen, L550 und B241 bei Lauenförde und L428 zwischen Brevörde und Ottenstein.  Dadurch hätte man geschickt den kompletten Bereich für die komplette Saison für Motorräder „unattraktiv“ machen können.

 

Die Debatte geht weiter

Obwohl das Pilotprojekt nun einen inklusiveren Ansatz verfolgt, bleibt die Diskussion um Gerechtigkeit und effektive Problemlösung bestehen.  Während einige die Maßnahmen als notwendig erachten, um die Lärmbelastung zu verringern, sehen andere darin eine ungerechtfertigte Einschränkung der Freiheiten der Motorradfahrer.  Die Frage der Effektivität solcher Regulierungen im Hinblick auf die tatsächliche Reduzierung des Lärms und der Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner ist weiterhin Gegenstand öffentlicher Debatten.

 

Die bevorstehende Kreistagssitzung: Entscheidende Weichenstellung?

Die umfassenden Änderungen des Projekts werden in der kommenden Sitzung des Kreistags diskutiert und ggf. beschlossen.  Diese Sitzung dürfte entscheidend sein für die zukünftige Umsetzung des Projekts, egal in welcher Form es dann umgesetzt wird.

 

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