Urteil: Statt zu helfen wurde sterbender Motorradfahrer gefilmt

Statt zu helfen wurde das Handy gezückt und der sterbende Motorradfahrer gefilmt, jetzt wurde ein Urteil gesprochen

Diesen Artikel gibt es auch als Video der Motorrad Nachrichten auf YouTube.

Erstehilfemaßnahmen mit dem Handy gefilmt

In der Nähe von Ulm, auf der B19 zwischen Heidenheim und Mergelstetten hatte ein 29-jähriger Motorradfahrer im September 2017 einen Unfall. Nach einem Überholmanöver kam das Motorrad ins schleudern und prallte gegen die Leitplanke und eine Straßenlaterne.

Ein damals 27-jähriger Fahradfahrer kam an die Stelle, zückte sein Handy und filmte den im sterben liegenden Motorradfahrer und die Ersthelfer, die sich um ihn kümmerten. Auch als die Rettungskräfte eintrafen filmte er weiter und stoppte das auch nicht als er von ihnen zur Rede gestellt wurde. Erst nach mehrfacher Aufforderung stoppte er die Aufnahme und fuhr er mit dem Fahrrad fort.

Nach dem Fahradfahrer wurde gefahndet

Die Polizei leitete eine Fahndung gegen ihn ein. Grund, unterlassene Hilfeleistung und Behinderung der Rettungskräfte. Der Fahradfahrer stellte sich später der Polizei. Jetzt wurde das Urteil gegen ihn rechtskräftig.

In den Medien wurde mit höchster Empörung berichtet. Meist war nur zu lesen, dass er keine erste Hilfe leistete und die Rettungskräfte behinderte, was die Stimmung entsprechend anheizte.

Wie gerade beschrieben entspricht das aber nicht ganz der Wahrheit, denn es waren schon Ersthelfer bei dem Unfallopfer und die „Behinderung der Rettungskräfte“ bestand nur darin, dass er gefilmt hat.

Unterlassene Hilfeleistung und Behinderung der Rettungskräfte?

Keine Frage, eine solche Sache sollte man nicht filmen und das Verhalten war mehr als anstandslos und unmenschlich. Kann man in diesem Fall aber von unterlassener Hilfeleistung sprechen? Wenn das Unfallopfer schon versorgt wird, wäre es ja auch nicht hilfreich alle weg zu drängen damit man selbst überhaupt helfen kann, oder wie seht ihr das? Kann man das Filmen der Rettungskräfte als eine Behinderung ansehen? Er stand ihnen nicht im Weg, sondern filmte sie.

Ohne Frage war es ethisch falsch das Geschehen zu filmen. Auch rechtlich ist es nicht erlaubt eine hilflose Person zu filmen oder zu fotografieren. War es aber unterlassene Hilfeleistung und Behinderung der Rettungskräfte?

Er wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Da er weitgehend mittellos ist, entspricht das in diesem Fall einer Strafe von 900 €.

Laut Strafgesetz kann das zur Schau stellen einer hilflosen Person und das behindern von Einsatzkräften mit bis zu zwei Jahre Haft bestraft werden.

Cartrend Motorrad Verbandtasche, DIN 13167
154 Bewertungen
Cartrend Motorrad Verbandtasche, DIN 13167*
  • Inhalt nach DIN 13167 und der StVZO § 35 h
  • In einer praktischen Zipptasche
  • Staubgeschützt und steril verpackt
  • Äußerst Platz sparend

Letzte Aktualisierung am 19.06.2018 / *Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Related Posts / Ähnliche Beiträge

Führerscheinverlust bei allen Straftaten möglich – ext... Es wurde beschlossen, dass ein Führerscheinverlust als Nebenstrafe jetzt bei allen Straftaten möglich ist. Gleichzeitig wurden in dem...Gesetzesentwurf kurzfristig weitere Änderungen eingeschoben die eine extreme Verschärfung der Überwachung ermöglicht 
Nächste „Problemzone Motorradlärm“ ist Berlin Umweltaktivisten fordern härter gegen Motorradlärm vorzugehen.
Halloween „Ride-Out“ endet mit insgesamt 15 Jahre Gefängnis... Halloween 2016, mehr als 100 Biker versammelten sich in Leeds / England. Sie trafen sich in der Kirkstall Road fuhren dann gemeinsam in die...Innenstadt, auch durch Fußgängerzonen, Arkaden und störten im allgemeinen den Verkehr.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen