Nächste „Problemzone Motorradlärm“ ist Berlin

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Umweltaktivisten fordern härter gegen Motorradlärm vorzugehen.

104.500 Motorräder in Berlin – 11 Anzeigen wegen unnötigem Lärm

Anhand dieser Zahlen könnte man meinen ein Problem mit Motorradlärm in Berlin gibt es nicht. Wie die Berliner Zeitung berichtet haben manche aber sehr wohl ein Problem.

Holger Siegel, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Motorradlärm, fordert eine Lautstärken-Obergrenze in allen Betriebszuständen eines Motorrads. Der momentane Wert von 78 db gilt nur in einem bestimmten Geschwindigkeits- und Beschleunigungsbereich. Diese Vorschrift wurde mit der Einführung von Euro4 aber erst verschärft – die Lautstärke wurde heruntergesetzt, die entsprechenden Bereiche erweitert und genau genommen wurde das komplette Messverfahren umgestellt um ein leiseres Motorrad zu erzwingen. Das ist Hr. Siegel allerdings zu wenig, denn die Beschränkung für bestimmte Bereiche läd zu Tricksereien ein, meint er.

Tricksereinen mit Klappenauspuffanlagen

Weiter bemängelt er, man kann zum Beispiel Klappenauspuffanlagen verwenden um per Knopfdruck die Lautstärke zu verändern. In der Realität ist es allerdings eher so, dass Klappenauspuffanlagen verwendet werden um die strengeren Auflagen durch Euro4 überhaupt einhalten zu können. Man verwendet Klappenauspuffanlagen also meist um leiser zu werden und nicht lauter! Das ist auch keine Trickserei, sondern ganz legal und zum Teil auch einfach nötig. In der Automobilbranche ist das schon seit langem sehr verbreitet.

Es wird auch behauptet, mit Ersatzteilen könnten Vorschriften umgangen werden, deshalb müsste der Handel damit verboten werden. Es wird also wieder gegen Auspuffanlagen aus dem Zubehör gewettert. Auch hier muss man allerdings korrigieren, die Vorschriften gelten auch für Zubehöranlagen. Diese dürfen auch nicht lauter sein bzw. müssen sich im selben Toleranzfeld befinden. Meist ändert sich durch Zubehöranlagen sowieso nur der Klang. In manchen Fällen wird ein Motorrad dadurch sogar leiser.

Drakonische Strafen werden gefordert

Georg Kössler, Sprecher für Klima- und Umweltschutz der Grünenfraktion im Abgeordnetenhaus, fordert strengere Kontrollen und höhere Strafen, bundesweit. Man müsse die Überwachung des Motorradlärms verbessern. Neue Schallpegelmessgeräte sollen eingesetzt werden. Die Strafe für zu laute Motorräder müsse erhöht werden,  momentan sind nur 20 Euro fällig. Nur bei manipulierten Auspuffanlagen entfällt die Betriebserlaubnis und in Verbindung mit einer Gefährdung muss man mit 50 – 90 Euro sowie einem Punkt rechnen.

Um noch mal auf den Anfang des Artikels zu verweisen – das alles bei 11 Anzeigen wegen unnötigem Lärm innerhalb eines Jahres bei 104.500 Motorrädern – Eine Hexenjagt?

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